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die Namen der Ghanaen

Tag Name (maennlich) Name (weiblich)
Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

Samstag

Sonntag

Kwadjo

Kwabena

Kwaku

Yao

Kofi

Kwame

Kwasi

Adjoah

Abena

Akua

Yaa

Afia

Amma

Akosua

 

 

 

 

 

 

 

 

Viele Ghanaen haben mehr als bloss einen Namen. Es kann zu einer ganzen Reihe von Namen bei einer Person kommen.

Es gibt die Akan Tagesnamen, die je nach Wochentag der eigenen Geburt vergeben werden(siehe Tabelle)

Je nach Stammeszugehoerigekeit(Akan ist eine ubergreifende Bezeichnung fuer mehrere Staemme im suedlichen Teils Ghanas. Fantis und Ashantis sind beispielweise beides Akans und unterscheiden sich dennoch in Herkunft, Sprache und Kultur) kann es allerdings kleine Unterschiede in Aussprache und Schreibweise geben. Es gibt auch Staemme die komplett andere Tagesnamen nutzen (viele muslimisch gepraegte Staemme aus dem Norden).

Wer Lust auf nen ghanaischen Zweitnamen hat sollte rausfinden an welchem Tag er/sie geboren ist  und die Akan Namen nutzen, die sicher am gelaeufigsten sind.

Dazu kommt dann meist der ghanaische Nachname und ein englischer Name. 3 Namen sind also keine Seltenheit. Manchmal kommen dann noch Spitznamen dazu und zwar nicht immer nur einer.

Mir ist es auch schon das ein oder andere Mal aufgefallen dass Moslems arabische(Alhassan, Faida, Zenab, Amina, Razak) und Christen biblische Namen tragen. Diese koennen den englischen dann auch schon mal ersetzen oder ueberschneiden sich mit der englischen Sprache (David, Adams, Joseph, Ebenezer, Eve, Ruth).

Die „Mueller, Meier, Schmidts“ die mir bisher so unter den ghanaischen Namen aufgefallen sind sind folgenden: Boateng, Asamoah, Opoku, Danso, Opare.

Es kommt auch vor das es z.B. zwei englische Vornamen gibt. Ein Maedchen aus dem Projekt hat beispielsweise erst in der Familie des Vaters gelebt und wurde dort Comfort genannt (Name geaendert) als sie nach der Trennung der Eltern mit der Mutter zu dessen Familie gezogen ist hat die Grossmutter entschieden ihr einen neuen Namen zu geben um die Unabhaengigkeit der Mutter vom Vater deutlich zu machen. Nun nennt sie sich Ruth (ebenfalls geaendert). Dennoch kennen sie viele ihrer Freunde und Bekannten unter Comfort weshalb sie den Namen nicht ganz ablegen kann.

Eine weitere Tradition ,an die mich die neue Sozialarbeiterin von Children We Care (Faida) gerade erinnert hat als ich ihr erklaert habe was ich hier schreibe ist das Benennen von Kindern nach ihren Eltern und Grosseltern. Dadurch entstehen dann schonmal vierte, fuenfte oder sechste Namen.

Zwillinge heissen traditiongemaess Atta und je nach dem ob sie als erste oder als zweites geboren wurden Payni oder Kakra (Atta Payni…/ Atta Kakra…). Tawiah ist der Name fuer das Kind, welches nach den Zwillingen zur Welt kommt.

Mein Tagesname ist Kwadjo der Kojo je nach dem wie mans nun schreibt (hab ja schliesslich keine Stammeszugeherigkeit ausser vielleicht „Ostwestfale mit rheinlaendischen und hessischen Wurzeln“) Vor- und Nachname sind unveraendert Timm und Achterwinter und abgesehen davon werde ich oft einfach nur als Obruni bezeichnet, was Twi ist und Weisser bedeutet. Oft wird es zu Kwasibruni (Kwasi+Obruni) geaender was mir bisher auf zwei unterschiedliche Weisen erklaert wurde. Nach der ersten Version kam der erste Weisse, der gesichtet wurde an einem Sonntag nach Ghana, daher werden Weisse auch schonmal Kwasi genannt. Die andere Version, die mir uebrigens plausibler klingt bezieht sich auf den christlichen Glauben, welcher von weissen Missionaren etabliert wurde. Da Sonntag der heilige Tag des Christentums ist, welches urspruenglich durch Weisse symbolisiert wurde kam es zu der Kombination aus Kwasi und Obruni.

Zum Schluss noch eine kleine Geschichte: Als ich einmal auf dem Weg zur Post war hat mich an der Strasse jemand angesprochen. Ich war in Eile und sowieso schon etwas genervt vn ein paar Schulkindern, die mir ohne Pause „Obruni, Obruni…“ hinterher gerufen haben und weder durch winken und ein freundliches „Bye-Bye“ noch durch zureden zu stoppen waren. Ich bin als auf den jungen Mann zugegangen, der mich dann gefragt hat wie ich heisse. Dadraufhin habe ich „Kwadjo“ geantwortet. Meine Gegenueber hat kurz die Miene verzogen und mir dann dan gesagt ich solle mich doch gefaelligst nicht Kwadjo nennen, das sei ein afrikanischer Name der nicht fuer Weisser gedacht sei. Ich, der ich mir etwas angegriffen gefuehlt habe hab ihn dadrauf hin gefragt wie er denn heisst. Als Er „David“ geantwortet hat habe ich ihm gesagt er solle mir doch gefaelligst die Freiheit lassen mir als Weisser einen afrikanischen Beinamen zuzulegen wo er doch als Schwarzer auch einen europaeischen Namen trage. Dadraufhin war erstmal Ruhe. Es war kein wirklicher Streit aber eine kleine Diskusion und er hat das Argument s hingenommern. Als ich dann auf dem weiteren Weg zur Post ueber die Sache nachgedacht habe bekam ich ein schlechtes Gewissen. Schliesslich sind die englischen Namen nicht einfach so aus Spass hier aufgetaucht. Sie wurde im Rahmen der Kolonialisierung eingefuehrt und ging mit Sklavenhandel und Ausbeutung Hand in Hand.  Mir wurde mal wieder bewusst was fuer eine Freiheit ich auf dieser Welt geniesse. Leider habe ich David auf dem Rueckweg nicht mehr getroffen sonst haett ich noch mal mit ihm drueber sprechen koennen.

 

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Kategorien:Geschriebenes
  1. Katharina Hellwege
    7. April 2011 um 10:00

    Hei Kojo ;-),
    nachdem ich Lukas gestern getroffen habe und gerade in Ghanaerinnerungen schwelge, habe ich heute ein bisschen gegoogelt und deine Einträge hier gefunden. Das klingt ja alles sehr gut! Und bei den Salias warst du auch schon – gute Wahl :-). Noch besser schläft es sich übringens bei Hussein Salia außerhalb von Larabanga in der Savannalodge. Auf dem Dach haben wir damals auch eine Nacht verbracht! Ich habe Lukas noch ein paar Tipps gemailt – vielleicht könnt ihr damit was anfangen. Wie lange bist du denn noch da?
    Viele Grüße aus Bielefeld, Ekua Pokua (Tipp: Musik…Rom…)

    • 8. April 2011 um 08:23

      😀 naja das Versteck spiel klappt wohl nicht ganz so gut wenn man den namen in der emailaddresse angibt. Dennoch danke fuer den Eintrag! Haette ja gerne scoh frueher mal Ideen ausgetauscht, beim Abiball war das ja sehr fluechtig. Aber jetzt kann Lukas ja noch ein paar Tipps zum reisen mitbringen. Ich bin noch bis Mitte August hier, dann ist ein Jahr um. Hab jetzt schon etwas Kummer wieder weg zu muessen, aber das gehoert wohl dazu.
      Liebe Gruesse ans MPG

  2. Katharina Hellwege
    8. April 2011 um 08:40

    naja, bei vielen ist das mit dem neuen Nachnamen bis jetzt immer noch nicht angekommen… 😉
    das „zurück“ viel mir auch jedesmal schwer – nach nem jahr ist das wahrscheinlich noch heftiger. aber bis august ist ja auch noch etwas zeit. lukas kann dir auch meine mail einfach weiterleiten – da sind ein paar links dabei.
    am mpg bin ich im moment garnicht, da wir innerhalb der nächsten tage nachwuchs erwarten… alles sehr aufregend und spannend!
    es gibt hier in bielefeld übrigens einen super laden einer ghanaerin (aus kumasi), wo es fast alles zu kaufen gibt, was man so zum kochen braucht – wenn ich nicht alle paar wochen mal redred esse, habe ich heftige entzugserscheinungen ;-).

  3. Dirk Achterwinter
    8. April 2011 um 18:05

    Ich würde also Kwasi – Dirk – Rheinländer BRD heißen, vom Stamme der „8 -winter“. Auch nicht schlecht. Haste mal überlegt Afrikanismus zu studieren? Scheinst ne gute Grundlage entwickelt zu haben. Liest gut dein Artikel, macht Spaß,auch die Kommentare, ( wer ist Katharina Hellwege, habe ich da wieder mal was verpasst? und meine Frau ist nicht da, um nach zu fragen)
    Die Geschichte mit „David“ ist super, bringt genau auf den Punkt was Thema ist. Gut gemacht!
    Kriege ich ein klares Bild und ne gute Idee was dir dort alles begegnet.
    Bis dann und genieße die Zeit bis August, geht jetzt ganz schnell vorbei.

  4. 14. April 2011 um 17:17

    Timm, du schreibst echt immer spannende Artikel! Nicht umsonst bin ich Dauergast auf deinem Blog und bald ja auch im echten Leben! Übrigens: Ist es schwierig, in Ghana ein Visum für Togo zu bekommen (falls das aus welchen Gründen auch immer hier niohct mehr klappt)?

    an deinen Papa: Katharin Hellwege ist eine Ghana-erfahrene Lehrerin von MPG.

    an deine Mama: Ja, tatsächlich, der Flug ist gebucht (12.5.) und dann geht’s nach Accra. Könnte also voraussichtlich was mitnehmen. Fahre mit der Lufthansa dirket nach Ghana, da müsst also bezüglich kleines Carepakets für den Sohnemann was möglich sein. Kannst mich ja mal anrufen: 03176568710 – (Achtung: Nr ist falschrum aufgeschrieben worden, man weißt ja nie, was hier für Gauner im Netz rumlungern!)

    Schöne Grüße an alle, Lukas

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