die Namen der Ghanaen
| Tag | Name (maennlich) | Name (weiblich) |
| Montag
Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag |
Kwadjo
Kwabena Kwaku Yao Kofi Kwame Kwasi |
Adjoah
Abena Akua Yaa Afia Amma Akosua |
Viele Ghanaen haben mehr als bloss einen Namen. Es kann zu einer ganzen Reihe von Namen bei einer Person kommen.
Es gibt die Akan Tagesnamen, die je nach Wochentag der eigenen Geburt vergeben werden(siehe Tabelle)
Je nach Stammeszugehoerigekeit(Akan ist eine ubergreifende Bezeichnung fuer mehrere Staemme im suedlichen Teils Ghanas. Fantis und Ashantis sind beispielweise beides Akans und unterscheiden sich dennoch in Herkunft, Sprache und Kultur) kann es allerdings kleine Unterschiede in Aussprache und Schreibweise geben. Es gibt auch Staemme die komplett andere Tagesnamen nutzen (viele muslimisch gepraegte Staemme aus dem Norden).
Wer Lust auf nen ghanaischen Zweitnamen hat sollte rausfinden an welchem Tag er/sie geboren ist und die Akan Namen nutzen, die sicher am gelaeufigsten sind.
Dazu kommt dann meist der ghanaische Nachname und ein englischer Name. 3 Namen sind also keine Seltenheit. Manchmal kommen dann noch Spitznamen dazu und zwar nicht immer nur einer.
Mir ist es auch schon das ein oder andere Mal aufgefallen dass Moslems arabische(Alhassan, Faida, Zenab, Amina, Razak) und Christen biblische Namen tragen. Diese koennen den englischen dann auch schon mal ersetzen oder ueberschneiden sich mit der englischen Sprache (David, Adams, Joseph, Ebenezer, Eve, Ruth).
Die „Mueller, Meier, Schmidts“ die mir bisher so unter den ghanaischen Namen aufgefallen sind sind folgenden: Boateng, Asamoah, Opoku, Danso, Opare.
Es kommt auch vor das es z.B. zwei englische Vornamen gibt. Ein Maedchen aus dem Projekt hat beispielsweise erst in der Familie des Vaters gelebt und wurde dort Comfort genannt (Name geaendert) als sie nach der Trennung der Eltern mit der Mutter zu dessen Familie gezogen ist hat die Grossmutter entschieden ihr einen neuen Namen zu geben um die Unabhaengigkeit der Mutter vom Vater deutlich zu machen. Nun nennt sie sich Ruth (ebenfalls geaendert). Dennoch kennen sie viele ihrer Freunde und Bekannten unter Comfort weshalb sie den Namen nicht ganz ablegen kann.
Eine weitere Tradition ,an die mich die neue Sozialarbeiterin von Children We Care (Faida) gerade erinnert hat als ich ihr erklaert habe was ich hier schreibe ist das Benennen von Kindern nach ihren Eltern und Grosseltern. Dadurch entstehen dann schonmal vierte, fuenfte oder sechste Namen.
Zwillinge heissen traditiongemaess Atta und je nach dem ob sie als erste oder als zweites geboren wurden Payni oder Kakra (Atta Payni…/ Atta Kakra…). Tawiah ist der Name fuer das Kind, welches nach den Zwillingen zur Welt kommt.
Mein Tagesname ist Kwadjo der Kojo je nach dem wie mans nun schreibt (hab ja schliesslich keine Stammeszugeherigkeit ausser vielleicht „Ostwestfale mit rheinlaendischen und hessischen Wurzeln“) Vor- und Nachname sind unveraendert Timm und Achterwinter und abgesehen davon werde ich oft einfach nur als Obruni bezeichnet, was Twi ist und Weisser bedeutet. Oft wird es zu Kwasibruni (Kwasi+Obruni) geaender was mir bisher auf zwei unterschiedliche Weisen erklaert wurde. Nach der ersten Version kam der erste Weisse, der gesichtet wurde an einem Sonntag nach Ghana, daher werden Weisse auch schonmal Kwasi genannt. Die andere Version, die mir uebrigens plausibler klingt bezieht sich auf den christlichen Glauben, welcher von weissen Missionaren etabliert wurde. Da Sonntag der heilige Tag des Christentums ist, welches urspruenglich durch Weisse symbolisiert wurde kam es zu der Kombination aus Kwasi und Obruni.
Zum Schluss noch eine kleine Geschichte: Als ich einmal auf dem Weg zur Post war hat mich an der Strasse jemand angesprochen. Ich war in Eile und sowieso schon etwas genervt vn ein paar Schulkindern, die mir ohne Pause “Obruni, Obruni…” hinterher gerufen haben und weder durch winken und ein freundliches “Bye-Bye” noch durch zureden zu stoppen waren. Ich bin als auf den jungen Mann zugegangen, der mich dann gefragt hat wie ich heisse. Dadraufhin habe ich “Kwadjo” geantwortet. Meine Gegenueber hat kurz die Miene verzogen und mir dann dan gesagt ich solle mich doch gefaelligst nicht Kwadjo nennen, das sei ein afrikanischer Name der nicht fuer Weisser gedacht sei. Ich, der ich mir etwas angegriffen gefuehlt habe hab ihn dadrauf hin gefragt wie er denn heisst. Als Er “David” geantwortet hat habe ich ihm gesagt er solle mir doch gefaelligst die Freiheit lassen mir als Weisser einen afrikanischen Beinamen zuzulegen wo er doch als Schwarzer auch einen europaeischen Namen trage. Dadraufhin war erstmal Ruhe. Es war kein wirklicher Streit aber eine kleine Diskusion und er hat das Argument s hingenommern. Als ich dann auf dem weiteren Weg zur Post ueber die Sache nachgedacht habe bekam ich ein schlechtes Gewissen. Schliesslich sind die englischen Namen nicht einfach so aus Spass hier aufgetaucht. Sie wurde im Rahmen der Kolonialisierung eingefuehrt und ging mit Sklavenhandel und Ausbeutung Hand in Hand. Mir wurde mal wieder bewusst was fuer eine Freiheit ich auf dieser Welt geniesse. Leider habe ich David auf dem Rueckweg nicht mehr getroffen sonst haett ich noch mal mit ihm drueber sprechen koennen.
Arbeitsalltag in der Children We Care Foundation II
Hier der zweite der Berichte, die ich alle drei Monate fuer das BMZ und das EWN schreibe. Ist zwar schon etwas her, denke aber dennoch interessant. Demnaechst gibts wieder was aktuelleres…
15.02.2011, Kukurantumi
Nach 6 Monaten in Ghana habe ich mich inzwischen gut eingelebt und vorallem gut eingearbeitet. Meine Aufgaben in der Sozial- und Jugendarbeit sowie jene im Organisatorischen Bereich sind rutinierter geworden und ich kann vieles inzwischen alleine und unabhaengig erledigen.
Ausserdem habe ich das Gefuehl dass meine Arbeit mit der Zeit an Bedeutung zugenommen hat.
So habe ich inzwischen feste Aufgaben die ich regelmaessig erledige. Z.B. bin ich mittlerweile fuer das Uebersetzen, Einordnen und Versenden von Briefen der gefoerderten Projektteilnehmer an ihre Paten zustaendig. Die Besitzerin vom Copyshop kennt mich und heisst mich immer herzlich Willkommen wenn ich mal wieder mit einem Stappel Briefen und Zeugnissen ankomme. Auch das formelle Vorbereiten der „rounds“/Rundgaenge, die monatlich gemacht werden liegt zum Grossteil in meinen Haenden. Die Dokumentation und das Aufteilen und verpacken von dem benoetigten Geld dabei mache ich jeden Monat.
Auch bei den „rounds“, bei denen moeglichst alle Projektteilnehmer besucht werden bin ich bisher immer dabei gewesen. Meine Projektleiterin und ich fahren dann von Schule zu Schule und in die Ausbildungsbetriebe und gucken wo Gebuehren anstehen und wo es private, schulische oder sonstige Probleme gibt bei denen die Projekteilnehmer Uinterstuetzung brauchen.
Einige der Teilnehmer, sowie Ansprechpartner in Schule oder Betrieb kenne ich inzwischen gut genug um Anstehendes mit ihnen zu besprechen, zu planen und Verabredungen zu treffen. Dies geschieht normalerweiser mit Ruecksprache meiner Kollegen im Staff-meeting am Montag Morgen und gehoert zu meinen Hauptaufgaben. Oft geht es dabei um Dinge, die Schule, Betrieb oder die Zukunftsplanung der Teilnehmer betreffen. So wie z.B. diese Woche als ich fuer 4 Schueler den Stoff fuer Schuluniformen besorgt, die 4 vermessen und Vereinbarungen mit dem Schneider getroffen habe. Oder aber die Woche davor als ein Auszubildender angesprochen hat, dass er nicht wuesste wie es nach der Ausbildung weiter gehen solle und ich ihn zum Gespraech mit meinen Kollegen ins Buero eingeladen habe.
Alle Namen und Gesichter im Gedaechtnis zu behalten faellt mir allerdings noch schwer, was wohl normal ist bei mehr als 70 Teilnehmern des Stependienprojekts, 12 Auszubildenden im Trainingscentre in Maase und einer Jugendgruppe von mehr als 50 Schuelern.
Neben den erwaehnten Aufgaben bin ich, wie bereits im ersten Bericht erwaehnt sowohl im Centre in Maase als auch in einer Jugendgruppe und im Buero tatetig.
Im Buero habe ich das Gefuehl mich und auch eigene Ideen gut einbringen zu koennen. Meine Aufgaben im Buero sind recht vielseitig, weshalb ich sie ,gegen alle Erwartungen, eigentlich recht gerne erledige. Das Erstellen von Flyeren oder Listen die mit Excel oder aber das Sammeln von Fotos und die Gestaltung eines Photoalbums sind beispielweise Aufgaben bei denen ich immer wieder etwas von meinen Kollegen lernen kann. Das gilt auch fuer die Taetigkeit in der Sozialarbeit fuer die ich schliesslich nicht ausgebildet bin.
Was die Jugendarbeit angeht, halte ich die Zeit die wir fuer eine Jugendgruppe an einer Schule habe fuer zu kurz weshalb viele Aktionen nur in der Kurzfassung stattfinden und ich meine Ideen ein wenig zurueckhalten muss. Dennoch merkt man auch hier, dass der Umgang miteinander mit der Zeit vertrauter wird. Aufgrund von Personalmangel ist dies bisher die einzige Jugendgruppe die regelmaessig stattfindet. Gruppenarbeit mache ich sonst noch jeden Freitag mit den Auszubildendn in Maase und demnaechst im Auszubildendentreffen, an dessen Planung ich zurzeit mit meiner Projektleiterin arbeite. Bei dem Treffen wollen wir verschiedene Themen bearbeiten, die spaeter bei der Selbststaendigkeit aber auch im alltaeglichen Leben und der Ausbildung selbst hilfreich sein sollen.
Zwischenseminar
Ha, es klappt ich komm ins Internet.
Tjoa dann erzaehl ich euch doch mal kurz wie ich die letzte Woche so verbracht hat. Also eigentlich die vorletzte, die vom 6ten bis zum 13ten Februar. Da hatte ich naemlich mein Zwischenseminar. Meine Koordinatorin vom Eine Welt Netz NRW, die gut Nasti (Nastassja Ott) kam vorbei und hat mit 3 Freiwilligen aus Ghana, 2 weiteren aus Togo und mir dafuer gesorgt, dass die ganze Weltwaerts-Geschichte auch ne vernuenftige Reflektion beinhaltet so wie sich das gehoert. Ich hab Nasti in Maase getroffen, wo ich sowieso meist mein Wochenende bei meiner Projektleiterin Judith (auch Deutsche) ihren Mitbewohnerinnen Tina und Adelaide (ca. mein Alter) und Clement (mein Kumpel der unter der Woche auch hier in Kukurantumi ist) verbringe. Nasti kam vorbei und hat sich angeguckt was hier so vor sich geht, hat grobe Eindruecke vom Projekt bekommen und mit Judith und Seth (mein Kollege) organisatorisches geklaert. Natuerlich hat sie zwischendurch auch gefragt wies mir so geht. Zusammen sind wir dann nach Hohoe in die Volta Region gefahren, genauer gesagt nach Santrokofi bei Hohoe, wo ein anderes Projekt mit zwei Freiwilligen vom Eine Welt Netz angesiedelt ist. Hier hatte wir die Moeglichkeit in einem recht grossen Haus von der Projektleiterin vor Ort unser Seminar zu halten. Wir haben viel reflektiert, verschiedene Methoden und Modelle vorgestellt bekommen und in undterschiedlichen Uebungen, Spielen und Methoden Themen wie “Weiss-sein”, Krisen und Konflikte und aehnliches bearbeitet. Ausserdem hatte wir natuerlich die Chance uns ohne Ende Auszutauschen. War ne spannende Sache und da wir uns alle schon kannten hatten wir Spass miteinander, sind an einem Abend feiern gegangen und haben die anderen in gemuetlicher Runde verbracht. Untergekommen sind wir in freien Raeumen eine Familie aus dem Dorf, die uns auch kulinarisch versorgt hat (welch Luxus) und das mehr als gut.
Ich muss hier aufhoeren, muss Clement noch erwischen bevor er den Bus nimmt und gucken ob ich mit ihm nach Maase fahre oder bis morgen bleibe.
Also Ciaoi!!!
ein Tag im Buero
LEIDER gehoert zu meinen Aufgaben hier auch ein wenig Bueroarbeit.
ZUM GLUECK ist diese nicht alt zu stressig und beeinhaltet auch kleine Spaziergaenge!
Heute bin ich zum Beispiel hauptsaechlich im Buero beschaeftigit gewesen. Mein Arbeitstag hat damit begonnen, dass Kopien von Zeugnissen und Briefen gemacht habe. Der Photocopyschop liegt in Kukurantumi (ca. 10 min Zufuss), so dass ich ein wenig an die frische Luft konnte, meine Nachbarin Gifty getroffen habe und auch noch Brot fuers Fruehstueck kaufen konnte (leider nur Weissbrot). Die Briefe und Zeugnisse habe ich dann hier im Buero sortiert. Eine Kopie geht an die Sponsoren, eine Kopie musste ich in Ornder einordnen. Die Sponsoren schreiben regelmaessig Briefe und natuerlich macht das nur Sinn wenn die Kinder auch antworten. Um sicher zu sein, dass dies auch geschieht bzw. geschehen ist werden die Briefe erstmal aufbewahrt. Die Zeugnisse sind wichtig um die Situation in der Schule auf kurz und lang beurteilen zu koennen (inwiefern ich die Bewertung von Lehrer gerecht und sinnvoll halte, lasse ich mal aussen vor. Dieses Thema hab ich ja in meiner eigenen Schulzeit nicht mal abschliessen koennen). Neben dieser zeitaufwendigen Dokumentation werden uebrigens regelmaessig “progress reports” geschrieben, die die Entwicklung der Gefoerderten dokumentieren.
Danach bin ich mit einem Maedchen, das neu an einer Berufsschule anfaengt zu der Schule gefahren um mit ihr und dem Schulleiter die Anmeldung zu machen. Sie musste eine ganze Menge Sachen mitbringen, fuer ihre Einrichtung, da sie an der Schule wohnen wird. Dabei konnte sie mich natuerlich gut zum tragen gebrauchen. Ausserdem war es wichtig dass ein Stellvertreter der Children We Care Foundation dabei ist, damit der Kontakt zu den Lehrern hergestellt ist und in Zukunft kooperiert werden kann. Und es musste geklaert werden wie das mit den Schulgebuehren laeuft, die C.W.C.F schliesslich uebernimmt. Auf dem Rueckweg hab ich eine Kokusnuss getrunken, inzwischen mein Lieblingssnack fuer zwischendurch.
Zurueck im Buero hatte ich dann die Aufgabe Fotos, die ich im Laufe der Zeit von den gesponsorten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gemacht habe zu sortieren und zu speichern damit sie auf einer CD nach Deutschland geschickt werden koennen. Fuer die Sponsoren und evtl. fuer die Internetseit oder Vortraege. Das Schicken ist meine naechste Aufgabe ich warte nur noch auf Seth, der gerade die CD fertig macht. Danach gehts nach New Tafo zum Postoffice, wo ich dann auch gleich die Rechnung fuer die Postbox des letzten Jahres bezahle. Ausser der CD werden noch die Briefe und die kopierten Zeugnisse versendet damit sie Deutschland an die Sposoren weitergegeben werden koennen. Da ich dabei nach Tafo muss wurde ich noch darum gebeten ein paar Naegel mitzubringen. “Wall-Nails” hat Seth gesagt, um die Feuerloescher zu befestigen, der Typ vom Fireservice wuerde Aerger machen wenn wir sie nicht an die Wand haengen. Ausserdem ist das Druckerpapier ausgegangen, ein Grund dafuer meine Bekannte im “Buerobedarfladen” zu besuchen. Da wir fuer die Schulgaenger regelmaessig Materalien brauchen kenn ich sie inzwischen recht gut.
Bevor ich angefangen hab diesen Artikel zu schreiben hab ich noch schnell ein paar Geldgeschaefte gemacht. Das Geld was bei den “rounds”, wenn wir also alle gefoerderten Kinder und Jugendlichen besuchen verteilt wird, wird immer aufgeteilt und in Briefumschlaege gepackt. Ausserdem muss auch hier wieder dokumentiert werde, weshalb ich im “Maintenancebook” die Tabelle fuer Februar angefertigt habe. Relativ monotone Arbeit aber muss halt gemacht werden.
Jetzt dues ich nach Tafo, ich hoffe bloss, dass ich schnell ein Taxi kriege und was zu essen.
Naechste Woche schreib ich nochmal ueber die Arbeit ausserhalb des Bueros vielleicht ueber das Theaterstueck das die Auszubildenden in Maase zurzeit einueben oder ueber die Jugendgruppe, oder aber ueber die “rounds” die naechster Woche wieder anfangen. Entscheid ich spontan.
Also, bis dann!!!
Reisefotos
So hier die Fotos von meiner Weihnachtsreise und ein paar von zwischendurch!
- Wahab hatte Spass mit Kamera und Muetze
- Mole Nationalpark
- ich hoffe es ist politisch koreckt wenn ich hier von “farbigen” Huehnern rede
- Mole Nationalpark
- Mole Nationalpark. Hier hat man ab und zu Krokodilaugen aus dem Wasser schielen gesehen
- wo hat er bloss Timon gelassen?!
- wirklich scheu waren die Affen im Mole nicht. der hier wollte sich sogar an meinem Rucksack bedienen. mehr Erfolg hatte er auf dem Fruehstueckstisch einer alten Dame
- die aeltsest Moschee Ghanas. 1421 wurde sie erbaut. heute gibts fuer Fotos natuerlich Touriaufpreis, weshalb ich vom Dach des Gasthauses fotographiert hab.
Ansonsten ist alles klar hier in Ghana! Bis auf den Fakt dass die Benzinpreise von der Regierung um 30% erhoeht wurden, was sich natuerlich auf den Alltag der Menschen und auch die Finanzen von Children We Care auswirkt. Der ganze oekonomische Markt zieht zurzeit die Preise an weshalb viele Leute, unter anderem Children We Care Mitarbeiter und natuerlich auch die unterstuetzen Familien den Guertel enger schnallen muessen. Dass die Lebenssituation fuer einige dadurch nicht gerade angenehmer geworden ist brauche ich denke ich nicht erwaehnen!
Wer also nicht nur mich in meinem Spenderkreis sondern auch die Children We Care Foundation durch Spenden unterstuetzen moechte der findet hier Informationen dazu! Auch Patenschaften sind moegelich.
Seid gegruesst!!!
Weihnachtssafari
Hallo Allemann,
erstmal wuensche ich Allen frohe Weihnachten gehabt zu haben und ein erfolgreiches, glueckliches Jahr 2011!!!
Oma deine Plaetzchen waren wie gewohnt super-lecker. Toll, in dieser Hitze doch ein paar Weihnachtsgefuehle zu bekommen.
Janis, Lukas: geiles Video, freu mich drauf wenn ich dann wieder dabei bin! Danke fuer die Muehe hab mich echt gefreut!
Ich war die letzten Tage nicht „zuhause“, weshalb koennt ihr ja jetzt lesen!
Da die Arbeit ueber Weihnachten lahm gelegt und meine Reiselust geweckt war gab es dieses Jahr statt Weihnachtsspaziergang eine Safari. Ich hab mich kurzer Hand Jula und Caro, zwei deutschen Freiwilligen aus Togo angeschlossen –Jula kannte ich schon vom Vorbereitungsseminar- und bin mit ihnen richtung Norden gereist. Eigentlich wollten wir mit der Faehre von Akosombo nach Yeji fahren, die hat sich aber dafuer entschieden wegen Weihnachten spontan und unangekuendigt schon einen Tag frueher los zu fahren. So sind wir dann in Koforidua gestartet, wo ich die beiden erwartet habe um von dort aus mit dem Trotro nach Kumasi zu fahren. Eine Megastadt dieses Kumasi. Riesig, laut und unglaublich hektisch. Die zweit groesste Stadt, was Infrastruktur, Verkehr und Handel angeht nach Accra. Manch einer sagt sie sei sogar groesser als Accra. Fuer Touris hat Kumasi natuerlich eine Menge zu bieten. Da wir auf der Durchreise waren und nur eine Nacht geblieben sind konnten wir das nur ein bisschen ausnutzen. Wir haben uns das National Cultural Centre angeschaut, ein Zentrum fuer Kunst und Handwerk. Hier wird geschnitzt, gebaut, gebastelt, gemalt, getoepftert und vorallem natuerlich auch verkauft. Trommeln, Schuhe, Kleidung, Schmuck von A-Z alle moeglicher Krimskrams von Briefoefnern, Schluesselanhaengern und Lesezeichen bis hin zu Taschen, Hueten und und und. Kurz gesagt: Souvenirs! Alles im traditionellen afrikanischen Stil und teils im Stil der Ashanti wie ich mir erklaeren lassen habe. Kumasi ist naemlich die Hauptstadt der Ashanti, einem politisch und geschichtlich nicht unbedeutedem Stamm. Man haette also viel Geld ausgeben koennen, wir haben uns entschieden es zu lassen. Was allerdings echt sehenswert war, war es zu sehen wie all die zum Verkauf angebotenen Souvenirs entstehen, man konnte naemlich auch die Werkstaetten der Kuenstler betreten. Die Malerwerkstaetten haben mich schon nicht schlecht beeidruckt vorallem die Arbeit der Maler, vieles war allerdings unverschaemt teuer, weshalb ich ich dann doch lieber mit der netten Erinnerung weiter gezogen bin.
Von Kumasi gings weiter nach Tamale, die Hauptstadt der Northern Region, dort hin zu kommen war gar nicht so einfach. Die Stations in Kumasi waren fuer uns ziemlich unuebersichtilich und wir sind am Vortag ein paar Stunden, fragend und schwitzend durchs Gedraenge gelaufen und haben verschiedene Stationen abgeklappert bevor wir wussten von wo aus ein Bus nach Tamale faehrt. Als wir dann morgens lange vor Sonnenaufgang an der Station waren hatten wir Glueck, eine Frau die wir gefragt haben wo man denn jetzt Tickets kauft kannte den Manager des Busunternehmens und hat uns so Tickets besorgt und uns das Hauen und Stechen in der Menschenmenge vorm Schalter ersparrt. Sie kannte uebrigens auch den Manager in Tamale und auch dort hat die Connection uns weitergeholfen. Die Busfahrt selbst war fuer mich dann sehr angenhem, ich konnte erst schlafen und dann eine sehr lebhafte Diskusion verfolgen, die sich damit befasst wodran es laege das der Norden weniger „entwickelt“ sei als der Sueden Ghanas. Verschiedenen Themen, wie der Einfluss des Kolonalismus, Eistellungen der Staemme und Religionen und Wirtschaft wurden dabei angeschnitten und mit der Zeit war der halbe Bus in die Diskusion verwickelt. Ich konnten dennoch gut mitbekommen warum es geht denn alle haben Englisch miteinander gesprochen. Die Zeit verging auf einmal furchtbar schnell.
Tamale selbst war mir dann sehr sympatisch, es gab kaum „Obruni“-Rufe, die Stadt war ueberschaubar und einfach angenehm. Ausserdem gab es ein breites Angebot von gutem Essen. Das Stadtbild aus meiner Sicht durch Moscheen, Kuehe, Motorraeder, Frauen mit Kopftuch und Maennern mit Kinnbart, langem Gewande und Kopfbedeckung gepraegt. Der Islam spielt im Norden wohl eine groessere Rolle. Ausserdem gab es ein breites Angebot von gutem Essen. Die Natur im Norden unterscheidet sich deutlich von der in meiner Region und auch von der in Kumasi. Das Land ist deutlich flacher, alles ist trockener und weniger vegetativ und mir ist eine Menge Staub aufgefallen. Aus dem Bus hat man hier und dort Braende gesehen die bewusst gelegt wurde um trockenens Gras zu roden, ich hab mir erklaeren lassen, dass diese sich teilweise kilometerweit ziehen und nicht immer kontrollierbar sind. Auch die Doerfer im Norden waren oft anders gebaut als ich es gewohnt bin, viele runde aus Lehm gebaute Haeuser mit Strohdach. Und auch beim Essen gibt es Unterschiede, so wird Fufu in den Doerfern im Norden nur aus Yams gestampft, ganz ohne Kochbanane und Maniokwurzel. Mein Reisefueher sagt all diese Unterschiede haengen mit dem Einfluss von aus Nordafrika eingewanderten Volksgruppen und arabischen Haendlern zusammen. Klingt logisch, ich hab allerdings nicht genau nachgeforscht.
Nachdem wir und dann Tamale und seinen bunten Markt angeschaut haben und ich ein paar alten Muenzen erstanden habe gings weiter nach Larabanga, eine kleine Stadt, in Deutschland wuerden wir Dorf sagen. Dort gibt ein kleines, einfaches aber total angenehmes Guesthouse betrieben von den Salia Brothers. Ein kleines Haus mit Innenhof und ca. 7 Raeumen, einem Plumsklo und einem Raum zum Duschen (mit Wasser aus dem Eimer). Es wirkte auf mich wie ein Haus, in dem auch 2-5 ghanaische Familien wohnen koennten, mit dem Unterschied, dass das Dach betretbar war. Ziemlich laessig! Die Abende mit dem Gesang der Moscheen, einem genialen Sternenhimmel und Geschichten von Wahab, einem Junge der irgendwie mit den Salia Brothers verwandt ist brachte eine eigene Atmosphaere mit sich. Wir konnten sogar auf dem Dach schlafen, ich bin allerdings um 2 Uhr nachts wieder reingegangen, die Temperaturunterschiede von Tag und Nacht sind im Norden wohl auch extremer. Es war echt verdammt kalt in meinem duennen Leineninlet. Der Grund warum wir Larabanga eigentlich angefahren sind war der Mole National Park, in dem wir eine Safari gemacht haben. Alhassan, einer der Salia Brothers hat uns Fahrraeder besorgt mit denen wir dann zusammen mit Flo einem deutschen Freiwilligen aus Cape Coast um 5.30 zum Park gefahren sind. Bei der Safari sind wir zwei Stunden lang durch die Natur gelaufen und haben schon das ein oder andere exotische Tier gesehen, Elefanten und Loewen waren aber leider nicht dabei. Dafuer jede Menge Affen, Antilopen, Voegel, Warzenschweine, Krokodile(zumindest die Augen) und einfach die schoene Natur. Die Affen koennen verdammt dreist werden musste ich feststellen. Einer kam bis zum Pool vom Mole Hotel und wollte sich mit mir anlegen. Er hat in unserm Gepaeck gewuehlt wodrauf hin ich ihn dann verscheuchen wollte. Er ist erst einen Schritt zurueck gesprungen und dann schnurrstracks auf mich zu. Danach hat er dann einer aelteren Dame noch das Essen vom Teller geklaut und sich aus dem Staub gemacht.
In Larabanga und im Mole Park, aber auch schon in Kumasi haben wir unheimlich viele Weisse getroffen, es waren alle Altersklassen und viele Nationalitaeten vertreten: Daenen Schweizer, Englaender, Italiener, Austalier, Hollaender, Deutsche und mit Sicherheit mehr aber mit Jedem spricht man dann ja auch nicht. Es war interessant sich mit Leuten zu unterhalten die meine Situation teilen und spannende Geschichten erzaehlen. Obwohl es in Ghana von Freiwilligen ja nur so wimmelt hab ich naemlich bisher wenige getroffen bzw. zu wenigen wirklich Kontakt gehabt. Es tat gut sich ueber innere Konflikte, Probleme in Alltag und Verhalten, Erfahrungen und die gesamte Situation auszutauschen. Dabei faellt einem natuerlich auf, dass gerade der Tourismus und das Beisammensein in einer Gruppen von Weissen irgendwie dekadent und unangemessen ist, naja kompliziertes Thema. Besonders nett fand ich dabei ein total gelassenes schweizer Paar was eigentlich in Burkina Faso seinen Aufenthalt macht, mit denen ich mir auf der Rueckreise dann noch einmal den Markt in Kumasi angeschaut habe. Sehr angenehme Reisegesellschaft.
Eigentlich wollte ich dann noch zur Kueste weiterreisen und Laura und Hannah aus Bielefeld treffen, die zurzeit auch in Togo sind, die Beiden haben aber kein Visum bekommen. Ich hab mich also entschieden Silvester und Neujahr hier mit meinen Leuten zu feiern und spaeter dann nochmal meinen ehemaligen Kollegen Francis zu besuchen und mit ihm was zu unternehmen.
Demaechst gibt es eventluell mal ein paar Fotos von der Reise. Also: Bleiben Sie Dran! Bis nach der Pause!
Advent, Advent ein Lichtlein brennt…
Juten Tach!
Heute schreib ich mal ausm Internetcafe. Im Buero hat die Verbindung meine Nerven zu sehr sprapaziert und da das Internetcafe hier in Tafo keine Wireless-Lan-Verbindung benutzt, dachte ich mir fuer 50 Pessewas goenn ich mir mal ne halbe Stunde.
Heute ist “Farmers Day” ein Feiertag zu Ehren der Bauern, gross gefeiert wird allerdings nicht und Feiertag bedeutet auch nicht dass die Geschaefte geschlossen haben. Arbeiten muss ich trotzdem nicht. Trifft sich gut, denn einerseits bin ich muede, andererseits hab ich vor heute mit Dennis und Grace nach Koforidua zu fahren. Nicht zu letzt um mir ein Paar Schuhe zu kaufen. Ich bin auf eine Hochzeit eingeladen und dementsprechen ist es angesagt sich chick anzuziehen. Hemd, Hose mit Buegelfalte und feine Lederschuhe sind nicht selten gesehen. Besonders wenn ich zur Bank oder zu den Ministerien fahre merk ich immer wieder: Das Motto “Kleider machen Leute” wird hier scheinbar gross geschrieben. Haengt natuerlich immer auch vom Beruf, finanzieller Situation etc. ab. Bauern bei der Arbeit tragen natuerlich entsprechend alte Klamotten. Atomechankier sind irgendwie immer dreckig, weil sie draussen arbeiten und sich der Kontakt mit altem Oel wohl kaum vermeiden laesst und die Marktfrauen sind sehr praktisch gekleidet, oft mit Hut der vor er Sonne schuetzt und Stofftuechern die unteranderem schon mal als Geldboerse dienen. Aber spaetestens wenns Sonntags zur Kirche geht sieht man alt und jung im feinsten Outfit.
Koforidua ist heute also mein Reiseziel, nicht ganz so weit. Ne Stunde Trotro und wir sind ehrfahrungsgemaess da. Letzes Wochenende war ich mit den Auszubildenen vom Centre, Mama Janet, ihren Enkelkindern, Madam Mary (die Ausbilderin) und Judith ein bisschen weiter weg. Das Rote Kreuz (Red Cross Society Ghana) hatte zum Welt-Aids-Tag ein Program organisiert. Wir sind morgens um 2 aufgestanden und haben uns bereit gemacht. Der Fahrer der wohl am Abend davor erst gegen 11 aufegehoert hat zu fahren war weniger bereit. Als er dann um 4 letzendlich doch kam konnten wir das Trotro vollpacken. Die Auszubildenen und Mama Janet hatten natuerlich ohne Ende Essen vorbereitet, Kenkey und Okro Suppe mit Thunfisch, genug um 20 Leute einen Tag lang satt zu machen versteht sich. Der Mercedes Sprinter war dementsprechend bis oben hin voll mit Menschen und Essen. Als wir losgefahren sind wollte ich eigentlich etwas schlafen, unmoeglich wie sich rausgestellt hat als die “Maedels” angefangen haben mit Trillerpfeifen, Rassel und Gesang Party zu machen. Irgendwie konnt ichs aber niemandem uebel nehmen, die Stimmung war echt genial. Als wir dann nach 3-4 Stunden aus dem Trotro ausgestiegen sind gings weiter auf dei Faehre, etwas Wartezeit und eine Einfuehrung vom Roten Kreuz gabs noch und dann gings los richtung Afram Plains (bin mir nicht sicher wie man das schreibt). Dort sind wir ein wenig gelaufen bis wir den ersten Ort erreicht haben. Das Program vom Roten Kreuz begannmit einem “walk”, die teilnehmenden Schule sind also allezusammen mit Schildern, Musik etc. gelaufen, alle hatten uebrigens das gleiche T-shirt an(ich auch). Danach gabs noch ein paar Vortraege, Aktionen, Taenze von Jugengruppen (auch ein traditioneller Ausdruckstanz war dabei) und aehniliches. Ich hab mich ein wenig abgeseilt um mir den Ort anzugucken. Durch die direkte Lage am Volta See konnte ich mir die Fischer-Boote und das See angucken, was recht interessant war, auch einen Bootbauer durft ich kennenlernen und mich kurz mit ihm unterhalten. Als ich etwas weiter gegangen bin hab ich dann bemerkt, dass einige Haeuser der umliegenden Doerfer durch den steigenden Pegel des Sees unter Wasser standen. Die Gegend war landschaftlich anders als die in der ich gelandet bin, trockener und flacher, viel Grassteppe. Deshalb bauen viele Leute dort ihre Daecher mit Stroh. So hab ich am Ufer den ein oder anderen im Wasser schwimmenden Stohhaufen noch als ehemaliges Dach identifizieren koennen. Der Ausflug war auf jeden Fall eine nette Aktion, die Fischer Doerfe haben eine eigenen Flair und zurueck bin ich dann statt Faehre in einem Boot gefahren, dass auch die Fischer benutzen, der Fahrer wollte dann zwar doch nen Cedi haben, aber da wars wert.
So ich hab meine Zeit im Internetcafe inzwischen verlaengern muessen und Dennis und Grace warten evtl auch schon. Eigentlich wollten wir um 12 los als ich Dennis angerufen hab war er noch bei einem Freund am streichen und meinte er bracuht noch 1 1/2 Stunden. Mal sehn wann wir wirklich losfahren und wie lange wir unterwegs sind. Wir haben ja Zeit ist schliesslich Feiertag.
Eine schoene Adventszeit und geniesst die Kaelte! Hier faengt die Trockenzeit an und bei regelmaessig ueber 30 Grad haette man schon ganz gerne mal wieder Winter. Obwohl… vielleicht auch nicht…


























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